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Aus einer Zeit, da ich jede Woche mindestens 10, mehr oder weniger sinnfreie Anfragen zu kostenlosen Shootings hatte, schrieb ich den folgenden Text.
Inzwischen hat sich die Situation beruhigt und viele der Anfragenden sind sich durchaus bewusst, dass Fotos nunmal Geld kosten.
Der nachfolgende Text sollte also mit einem Schmunzeln gelesen werden, denn vieles ist absichtlich härter formuliert.
Da sich in letzter Zeit die Anfragen zu Shootings immer mehr häufen, möchte ich an dieser Stelle ein paar grundsätzliche Gedanken in Form eines fiktiven Interviews darlegen, wie es so oder so ähnlich schon oft stattgefunden hat.
| 1. Hauptsächlich kennt man dich durch deine Konzertfotos. Machst du eigentlich auch Shootings? |
Ja, ich mache auch Shootings - für Bands, wie auch für Privatpersonen.
Und ja - Ich bin an Shootings interessiert.
Es ist spannend mit Menschen zusammen zu arbeiten und die Individualität des Einzelnen heraus zu arbeiten. Obwohl ich ein Perfektionist bin, kommt es mir nicht darauf an, das fotografisch technisch perfekte Foto zu machen.
Einstudierte Posen und eingefrorene Mimik führen zwar zu wunderschönen Fotos, aber mit austauschbaren Menschen darauf, welche am besten noch mit Photoshop "begradigt" wurden.
Deshalb bevorzuge ich echte Menschen, die kaum Shooting-Erfahrungen mitbringen.
Stimmungen und im Optimalfall sogar Gefühle dabei einzufangen ist für mich das höchste Ziel.
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| 2. Warum sollte ich mich für ein Shooting mit dir entscheiden? |
Der beste Grund dafür ist, dass dir meine Fotos gefallen. Deshalb lege ich auch Wert darauf, dass du dich vorher einmal mit diesen Fotos befasst und dir überlegst, was dir daran gefällt und auch was nicht.
Dies ist für die Vorbereitung des Shootings unerlässlich. Denn wir sollten Beide unsere Ideen, Wünsche und Vorstellungen einbringen. Auch Tabus sollten im Vorfeld genau abgesteckt sein.
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| 3. Wann ist es besser, zu einem anderen Fotografen zu gehen? |
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Wenn vom Gelingen der Fotos irgendetwas abhängt. Ich bin nur ein ambitionierter Hobbyfotograf, habe das nicht gelernt, besitze keine super perfekte Ausrüstung und kann keine Garantien geben.
Da ich die Fotografie nur als Hobby betreibe und mich auch um Kind, Beruf und Haushalt kümmern muss, ist meine Zeit sehr eingeschränkt.
Also bei wichtigen Abgabeterminen unbedingt vorher anfragen, ob ich die auch halten kann.
Auch wenn ich viel zu viel Zeit damit verbringe, so mache ich das nur zum Spaß und der sollte erhalten bleiben.
Darüber hinaus bin ich sehr spontan, flexibel und offen für deine Ideen.
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| 4. Gibt es etwas, was dich von anderen Fotografen abgrenzt oder abhebt? |
Ja - ich fotografiere grundsätzlich ohne Blitz. Ohne eine Einstell-Licht-Blitzanlage in einem professionellen Fotostudio, welches ich nicht habe, ist es mir nicht möglich mit Blitz schöne Fotos zu machen.
Deshalb fotografiere ich nur mit vorhandenem Licht. Dabei schrecke ich aber auch vor schlechtesten Lichtverhältnissen nicht zurück.
Selbst im Schein einiger weniger Kerzen, versuche ich noch blitzfrei Fotos zu machen.
Nur, wenn das auch nicht mehr geht, dann tritt Regel Nummer Eins in Kraft: No Light - No Photo
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| 5. Was ist an deinen Fotos anders? |
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Dazu am Besten ein Beispiel - So sieht der Herkules in Kassel bei Wikipedia aus:
Herkules bei Wikipedia
Und so bei mir:
Herkules bei mir
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| 6. Und warum ist das so, dass deine Fotos so anders sind? |
Zum einen liegt es sicher am Verzicht auf das Blitzen - zum anderen - ich weiß es nicht. Ich denke, jeder Fotograf entwickelt im Laufe der Zeit einen eigenen Stil, eine eigene Bildsprache.
Deshalb betrachte ich andere Fotografen auch nicht als Konkurrenten, sondern als Kollegen und viele sogar als Freunde.
Jeder der sich auf ein Shooting bei Einem dieser Fotografen einlässt, sollte das genau deshalb tun, weil ihm/ihr dieser Stil gefällt.
Es gibt für mich keinen anderen plausiblen Grund.
Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass mein Stil sich am Ehesten mit den Filmen von Andrei Tarkovsky vergleichen lässt. z.B. Stalker oder Nostalghia
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| 7. Machst du auch TfP Shootings? (Time for Print) |
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TfP ist an sich eine schöne Sache für Gelegenheitsmodels, um mal wieder an Aufnahmen für Ihre Sedcard zu kommen.
Eigentlich läuft das so, dass ein Fotograf einen Auftrag bekommt z.B. für ein Kosmetikunternehmen Fotos anzufertigen. Da das Budget des Auftrags kein Geld für ein Profimodel vorsieht, weicht der Fotograf auf ein Gelegenheitsmodel aus. Bei der großen Auswahl an guten Gelegenheitsmodels werden auch durchaus professionelle Ergebnisse für die Werbekampagne erzielt. Das bedeutet, das Model bekommt für ihren/seinen Aufwand kein Geld sondern gute Fotos. Der Fotograf wird vom Auftraggeber, der Kosmetikfirma, bezahlt.
Ein völlig anderer Sachverhalt ist der, wenn ohne einen Auftrag durch die imaginäre Kosmetikfirma Fotos vom Model gewünscht werden.
Dann ist das Model der Auftraggeber und muss für den Aufwand des Fotografen aufkommen.
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| 8. Aber es gibt doch ne Menge Fotografen die Ihre Shootings umsonst anbieten? |
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Leider habe ich bisher nicht raus gekriegt, wie die Umsonst-Fotografen Ihre kostenfreien Shootings finanzieren.
Für sachdienliche Hinweise habe ich immer ein offenes Ohr und würde bei Erfolg sogar als Belohnung ein Umsonst Shooting anbieten.
Fotografieren kostet mich Geld und ne Menge Zeit.
Eine semiprofessionelle Fotoausrüstung, wie ich sie habe, liegt im Preisbereich zwischen 3000 und 5000 Euro und ist aller 5 Jahre zu erneuern.
Nach ca. 1000 Fotos und sinnvoller Weise vor jedem Shooting ist bei meiner Kamera eine Sensorreinigung nötig.
Das Aussaugen der Kamera, damit kein Staub auf dem Chip die Fotos mit unschönen Flecken auf jedem Bild unbrauchbar macht, kostet mich nur 50 Euro.
(Ein Schnäppchen bei Canon nimmt man dafür 120 Euro)
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| 9. Nochmal aber - du kannst doch meine Fotos dann als Referenz verwenden? |
Ja - genauso wie du. Nur ich soll den Aufwand dafür tragen, damit du/ihr neue Fotos bekomm(s)t - warum?
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| 10. Machst du auch eigene Projekte, für die du Models brauchst? |
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Ja, auch das kommt vor. Ab und zu ereilt mich eine fixe Idee, die ich fotografisch umsetzen möchte.
Diese Projekte sind dann für mich natürlich von besonderem Interesse und deshalb bin ich dann in dem Fall mein eigener Auftraggeber.
Interessierte Models können sich dafür bei mir vormerken lassen. Am besten mit einigen aussagekräftigen Fotos, bitte auch eins ungeschminkt.
Natürlich muss ich für das jeweilige Projekt auch wissen, für welche Fotos sie zur Verfügung stehen und wofür nicht. I
ch brauche weiterhin die vollständigen Kontaktinformationen und ihren "technischen" Daten.
Da es sich dabei sicher nicht um die klassische Studiofotografie handeln wird, sollten die Models auch Ungewöhnlichem gegenüber aufgeschlossen sein.
myspace-Status eines Models, nach einem Shooting mit mir:
"Ich habe ... überlebt"
Aber keine Angst, nicht jedes Shooting führt zwangsläufig zu solch einem Status.
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| 11. Wie läuft so ein Shooting bei dir ab? |
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Das ist sehr unterschiedlich je nach Location, Art und Ziel des Shootings und wird deshalb im Vorgespräch geklärt, per Chat, per Mail oder notfalls ganz altmodisch per Telefon.
Wichtig ist immer, dass genug Zeit eingeplant wird.
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| 12. Wie geht es nach dem Shooting weiter? |
Danach ist vor allem Geduld eine wichtige Tugend. Ja, ich gebe es offen zu, ich bin da nicht sehr schnell. Bei einem durchschnittlichen Shooting entstehen in 2-3 Stunden zwischen 500 und 1000 Fotos.
Übrig bleiben z.B. nach dem ersten Aussortieren, dieses dauert manchmal die dreifache Zeit, ca. 100.
Dann wird in der Regel eine verkleinerte Version erstellt, welche als eine Art Kontaktabzug dem Model zugeht. Dieses hat dann die Möglichkeit, sich auch Fotos zu wünschen.
Die endgültige Auswahl von ca. 25 - 30 Bildern treffe ich. Danach werden die Bilder bearbeitet. Mit welchem Aufwand, ist wiederum von den jeweiligen Bildern und dem gewünschten Ergebnis abhängig.
Eine schnelle Grundbearbeitung kann in einer halben Stunde pro Bild erledigt sein, aufwändige Beautyretuschen verschlingen 6 Stunden oder mehrere Tage.
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| 13. Wie wird die Verwendung der Fotos geregelt? |
Der Modelreleasevertrag wird bei mir vor dem Shooting unterzeichnet, denn schließlich möchte ich die Ergebnisse auch verwenden dürfen.
In der Regel werden die Fotos auf meiner Webseite und auf verschiedenen weiteren Internetplattformen gezeigt.
Auch das Model darf ebenso mit den Fotos verfahren, dabei ist vorzugsweise meine Webseite zu Verlinken bzw. meine Präsenzen auf den jeweiligen Internetplattformen.
Gegebenen Falls präsentiere ich die Bilder auch auf Ausstellungen, in Büchern oder in CD-Booklets usw.
Auch die kommerzielle Nutzung möchte ich, so sich die Gelegenheit ergibt, nicht von Vornherein ausschließen.
Natürlich kann man auch dies alles vorher absprechen und im Einzelfall einschränken, z.B. bei Aktfotos für Privatzwecke.
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| 14. Was kostet ein Fotoshooting bei dir? |
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Das hängt sehr stark vom Aufwand ab. Ein romantisches Pärchen-Shooting unterm Eifelturm verursacht mehr Kosten als ein Shooting irgendwo vor meiner Haustür.
Ist es notwendig, ein Schloss anzumieten, um ein Rokoko-Kleid in stilechtem Ambiente abzulichten, ist dies natürlich teurer als ein Waldspaziergang mit Kamerabegleitung.
Deshalb ist es wichtig, im Vorgespräch genau zu klären, welche Ideen mit welchen Mitteln und welchem Aufwand umgesetzt werden sollen.
Eure Mitarbeit dabei ist ausdrücklich erwünscht!
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| 15. Das waren jetzt aber noch keine Preise?! |
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Neben den Grundkosten, von ca. 100 Euro (Ausrüstung und Sensorreinigung wie erwähnt) sind alle anfallenden Nebenkosten wie Miete, Fahrtkosten und Übernachtung zu tragen.
Darüber hinaus wünsche ich mir einen Stundensatz von 45 Euro beim Shooting und 40 Euro bei der Bildbearbeitung.
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| 16. Gibt es sonst noch einen Haken? |
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Ja, meine stets ungenügende Zeit.
Zahlende Kundschaft hat dabei Vorrang, sogar vor meinen eigenen Projekten.
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